Tarifvertrag baunebengewerbe soka bau

Viele Bauunternehmen mit Sitz im Ausland stellen Kaufarbeiter auf Baustellen in Deutschland ab. Während der Buchungsperiode müssen sie die geltenden Mindestarbeitsbedingungen erfüllen. Was sie genau mit sich bringen und welche Gewerke sie anwenden, ist in den Tarifverträgen für die deutsche Bauwirtschaft festgelegt. Diese Vereinbarungen gelten unabhängig davon, welche Landarbeiter aus Deutschland entsandt werden. SOKA-BAU ist der gebräuchliche Name für zwei Institutionen: den Urlaubs- und Lohnausgleichsfonds der Deutschen Bauwirtschaft (ULAK) und das Zusatzlohnsystem der Deutschen Bauwirtschaft (ZVK). Beides sind Regelungen der Tarifparteien der Deutschen Bauindustrie: Hauptverband der Deutschen Bauindustrie, Industriegwerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt und Zentralverband des Deutschen Baugewerbes. Das Urlaubsfondsverfahren gilt auch für Arbeitgeber, die im Rahmen bilateraler Regierungsvereinbarungen tätig sind. Der Tarifvertrag zur Regelung der Sozialfondsfinanzierungsverfahren verpflichtet Arbeitgeber in der Baubranche mit Wohnsitz im In- und Ausland zur Beitragspflicht an der SOKA-BAU. Wie im entsprechenden Tarifvertrag für den Gerüstbau festgelegt, müssen Arbeitgeber in diesem Sektor – ob in Deutschland ansässig oder im Ausland registriert – stattdessen ihre Beiträge an soKA-GERÜSTBAU entrichten. Die SOKA-BAU wendet die Urlaubsregelung im Namen der Parteien des Tarifvertrags für die deutsche Bauwirtschaft an. Die SOKA-BAU berät und unterstützt Entsendeunternehmen und ihre Mitarbeiter in allen Fragen rund um das Urlaubssystem in 14 europäischen Sprachen. Sowohl die Bauindustrie als auch der Gerüstbau haben ein Urlaubsgeldfondsverfahren eingeführt.

Die Urlaubszahlungen für den Bausektor werden von der SOKA-BAU verwaltet, das entsprechende Verfahren für den Gerüstbausektor von SOKA-GERÜSTBAU. SOKA-BAU und SOKA-GERÜSTBAU sind gemeinsame Institutionen der Tarifvertragsparteien. Die Bauindustrie unterliegt starken Schwankungen und Veränderungen an den Standorten. Die Beschäftigten in dieser Branche sind ständig von dem Mangel an festen Löhnen betroffen und durchlaufen viele unsichere Phasen in ihrem Leben. Sie brauchen soziale Sicherheit und finanzielle Unterstützung, um mit den Launen der Industrie fertig zu werden. Seit 1949 erfüllt soKA – BAU die Bedürfnisse der deutschen Bauwirtschaft durch eine auf die spezifischen Bedürfnisse der Bauwirtschaft zugeschnittene Leistungspalette. Um einem Rentendefizit entgegenzuwirken und neue Perspektiven zu eröffnen, wendet die SOKA-BAU branchenspezifische Regelungen an, die Teil des Tarifvertrags über das Sozialfondssystem in der Bauwirtschaft (VTV) und anderer Tarifverträge sind. Alle Bauunternehmen profitieren von gut ausgebildeten Mitarbeitern, aber nur etwa 25 % von ihnen bilden Mitarbeiter aus.